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"Willkommen in unserer Welt"

(Projektbericht „Richtungswechsel?“, JVA Wriezen, Juli 2009 - März 2011)

Das dritte Projekt in der JVA Wriezen ist angelaufen.

Diesmal handelt es sich wieder um ein reines Insassen-Projekt. Im Laufe eines Jahres wird die bunte Teilnehmer-Gruppe (Gewaltstraftäter mit rechtsorientiertem, demokratischem oder migrantischem Hintergrund) verschiedene Aktionen gemeinsam inner-und außerhalb der JVA unternehmen und sich dabei selbst mit der Kamera begleiten.

Ziel ist zum Einen, sich mit Fragen wie: „Wie verhalte ich mich, wenn ich meine Vorurteile direkt vor der Nase habe? Wann schlage ich zu? Wann und warum überschreite ich Grenzen?“ zu beschäftigen.

Zum Anderen geht es auch darum, die einzelnen Gruppenmitglieder über den Zeitpunkt der Haftentlassung hinaus zu begleiten und zu beobachten: Wie geht es weiter? Findet eine Abkehr von Gewalt, von Kriminalität statt? Warum ja, warum nein? Hat ein ehemaliger „Knasti“ in der Zivilgesellschaft eine Chance auf ein straffreies Leben?

Ich bin gespannt auf viele unterschiedliche, junge Männer mit vielen unterschiedlichen, höchst interessanten Geschichten.
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Es geht immer weiter…

Ende März 2011 wurde das dritte medienpädagogische Projekt in der JVA Wriezen abgeschlossen.

Anderthalb Jahre lang hat sich eine Gruppe von sieben jungen Strafgefangenen der JVA Wriezen im Rahmen eines Filmprojekts auf dem Weg nach Draussen selbst beobachtet und beobachten lassen – „Richtungswechsel?“ ist der ungeschönte Blick auf sieben sehr unterschiedliche junge Männer mit krimineller Vergangenheit, die versuchen ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Geschehnisse werden dokumentiert, nicht pädagogisiert, nicht erklärt. Es werden mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gefunden – im Fokus stehen Menschen, die in der Öffentlichkeit erst dann wieder stattfinden, wenn sie zu Wiederholungstätern geworden sind.

Was bleibt nun von dieser intensiven Zusammenarbeit?

Zunächst die Erkenntnis, dass die Realität immer schneller ist als jede filmische Dokumentation. Dann Kontakte und Bindungen, die nicht einfach abbrechen, wenn ein Projekt offiziell beendet ist. „Wie geht´s Dir so? Was machst Du gerade?“ – Noch immer wird sich gegenseitig über das Leben mit allen Aufs und Abs auf dem Laufenden gehalten.

Und nicht zuletzt bleiben Eindrücke, Ideen, Erkenntnisse, Erfahrungen zurück, die sicher Einfluss auf das nächste, sich schon in der Planung befindende JVA-Projekt nehmen werden.

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