"Der Geruch in Altenheimen erinnert mich an Tod“ – „Alt und Jung gehören zusammen"
(Projektbericht „Alt, Jung und alles andere dazwischen…“ (Arbeitstitel), März-August 2010)
Ein generationsübergreifendes Filmprojekt ist in Oranienburg gestartet.
Angehende Azubis der DUT Wirtschaftsfachschule und SeniorInnen des Altenheims Sachsenhausen werden sich filmisch mit Vorurteilen, Meinungen, Gedanken, Erinnerungen bezüglich Alt und Jung auseinandersetzen. Alle TeilnehmerInnen sollen/dürfen/können vor und hinter der Kamera aktiv werden.
Zurzeit bereitet sich die Azubi-Gruppe auf den ersten Besuch im Altenheim vor: Filmtechnik wird ausprobiert und Interviewfragen vorbereitet. Hier ging es dann auch schon ziemlich zur Sache: Die Jungen haben viele Fragen zum Thema Sterben – und zeigen schon leichte Nervosität, ob dieses Thema denn überhaupt angeschnitten werden darf… Die SeniorInnen andererseits sind noch etwas misstrauisch, wer ihnen denn da an „jungen Wilden“ ins Haus hineinschneit…ein gegenseitiges Beschnuppern steht also am Anfang.
Und Fortsetzung folgt…
….am 13.08.10 hatte der Film „Alt und Jung gehören zusammen“ in Oranienburg Premiere. Die InterviewpartnerInnen waren überrascht: „Also, dass es SO gut wird, das hätte ich nicht gedacht!“, schmunzelt Herr Assmann. Alle sind sich einig, dass eine Fortsetzung der Zusammenarbeit wünschenswert wäre – getreu dem letztlich ausgewählten Filmtitel „Alt und Jung gehören zusammen“…
Allerdings endet nun die berufsvorbereitende Maßnahme der angehenden Azubis der DUT und die jungen Frauen und Männer werden ab September ihre Ausbildungen beginnen, ihren Schulabschluss nachholen oder anderweitig ins Berufsleben einsteigen.
„Es war interessant für mich zu hören, was alte Leute über uns denken – am Anfang hatten wir alle nämlich große Vorurteile“, resümiert Projektteilnehmer Tobias und lacht. „Die Senioren dachten wohl wir wären ziemlich unhöflich, vielleicht sogar aggressiv – und ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal trauen würde, so persönliche Sachen über deren eigene Jugend , aber auch über ihr jetziges Leben im Altersheim und über den Tod zu fragen.“
„Wir haben zusammen Sport und Ausflüge gemacht und uns einfach füreinander interessiert – dann kommt man auch über persönliche Sachen ins Gespräch“, ergänzt Patrick.
Die „Jungen“ haben sich während der Projektzeit öfters gefragt, ob sie später ebenfalls in einem Seniorenheim leben möchten. Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Nancy würde betreutes Wohnen vorziehen, Sven möchte niemals zum Pflegefall werden und zuhause im eigenen Bett sterben…letztlich wollen alle ihr Unabhängigkeit behalten. Aber wer kann sich das aussuchen?
„Wär schon schön, nochmal jung zu sein“, meint Herr Assmann. „Aber es ist nun mal der Lauf der Dinge, dass man alt wird. Da ist es doch gut, wenn hier bei uns junge Leute vorbeikommen und man darüber, und auch über die Jugend, miteinander ins Gespräch kommt. Ich finde, das macht Sinn.“
